Aus Liebe zur Waldheimat - der Bayer. Wald-Verein

Der Bayerische Wald mit seiner überwältigenden Natur fordert gegen Ende des letzten Jahrhunderts geradezu heraus, sich um dieses Gebiet besonders anzunehmen. Das Interesse an der Heimat ist groß, man will aber auch die Wälder, Seen und Gipfel dem Wanderer und Naturfreund erschließen. Ebenso soll die wirtschaftliche Entwicklung dieses zunächst doch sehr armen Landstriches gefördert werden. Es ist auch die Zeit des bürgerlichen Gemeinsinnes, indem man ohne staatliche Hilfe Dinge in Bewegung bringen will.

1883 entsteht der Bayer. Wald-Verein., heute als “Verein für Heimat- und Volkstumspflege, Kulturarbeit, Natur- und Landschaftsschutz, wandern im Bayerischen Wald”. Rachelgipfel um 1900

Auf dem Gipfel des großen Rachel wird am 23.8.1885 die Waldvereinssektion Spiegelau gegründet. Drei Jahre später wird sie in den Hauptverein aufgenommen. Der Sägewerksbesitzer Martin Heiß wird der erste Vorstand. Der Verwalter Jean Porst, der auch den Bau der ersten Spiegelauer Kirche, der evangelischen Martin-Luther-Kirche betrieben hat, der Sägewerksbesitzer Josef Schuster und viele andere folgen in den langen Jahren des Bestehens.


Bau des Rachelhauses 1912Viel wird von den Mitgliedern in über 100 Jahren geleistet. Das Waldschmidthaus am Rachel wird gebaut, die Rachelkapelle dreimal neu errichtet und renoviert, das Rachelkreuz und viele Wanderwege werden erhalten und markiert. Brauchtumsveranstaltungen (Sänger- und Musikantentreffen, Sitzweilen u.ä.) werden organisiert, Brunnen und Totenbretter aufgestellt. Die 1872 erbaute Kriegerkapelle in Pronfelden wird mit viel Liebe restauriert.Die Racheldiensthütte

Direkt am Hauptwanderweg zwischen Rachel und Lusen entstand im
19. Jahrhundert (Erster Bau 1867-68) ein Touristen-Haus mit Gaststätte und Übernachtungsmöglichkeiten, das wie das Waldschmidthaus zunächst vom Wald-Verein errichtet, dann aber 1920 an den Staatsforst veräußert wurde. Seither heißt das Haus “Racheldiensthütte”. Es entstanden mehrere Gebäude. 

Die Wald-Vereinssektion hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kulturgut aller Art für die Heimat zu bewahren, Volksmusik und volkstümlichen Gesang sowie heimatliches Brauchtum zu fördern.

Anläßlich des 100-jährigen Vereinsgründungsjubiläums wird 1988 eine schöne bebilderte Chronik herausgegeben, die über das Entstehen und Wirken, das Auf und Ab des Vereinslebens sowie über die Vorstände und Mitglieder und deren Leistungen Aufschluß gibt.

 

Vorstände der Wald-Vereins-Sektion Spiegelau seit der Gründung:

1885-1905  Martin Heiß, Sägewerksbesitzer und Kaufmann
1905-1914  Jean Porst, Geschäftsführer der Holzstoff- und Pappenfabrik Wildberger
1914-1930  Josef Schuster, Sägewerksbesitzer
1930-1934  Johann Gradl, Forstmeister
1934-1945  Stefan Zebhauser, Bürgermeister
1949            Josef Schuster, Sägewerksbesitzer
1949-1951  Erich Lambser, Kaufmann
1951-1954  Dr. Fritz Rabl, prakt. Arzt
1954-1979  Josef Schmatz, Architekt
1979-1985  Paul Albrecht, Polizei-Amtsrat i.R.
1985-1995  Georg Weny, Bürgermeister
1995-2010  Josef Hamberger
2010-          Josef Meininger

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