Kulturpreisträger

Der Glaskünstler Klaus Büchler aus SpiegelauKulturpreis des Wald-Vereins
an zwei Glaskünstler verliehen
Lindberg/Spiegelau (cl). Der besondere Höhepunkt eines jeden Bayerwaldtages des Bayerischen Wald-Vereins ist die Verleihung des Kulturpreises an eine Persönlichkeit, die sich in besonderer Weise um die Heimat verdient gemacht hat, sei es als Maler, Bildhauer, Schriftsteller, Historiker, Volkskundler, Naturschützer oder auch als Musiker. In diesem Jahr hat der Wald-Verein seinen Kulturpreis zwei Persönlichkeiten aus der Glasszene verliehen: Bernhard Schagemann aus Lindberg und Klaus Büchler aus Spiegelau.

Der Kulturpreis des Bayerischen Wald-Vereins ist eine angesehene Auszeichnung. Er wurde auf Anregung des Ehrenpräsidenten Dr. Gottfried Schmid im Jahr 1970 vom Hauptverein erstmals gestiftet. Die Liste der Preisträger zeigt, wie vielfältig die kulturellen Strukturen unserer Heimat sind, welch große Talente sich hier entfalten.
Mit Bernhard Schagemann und Klaus Büchler wurden zwei Künstler geehrt, die sich in besonderer Weise für die Glastradition des Bayerischen Waldes eingesetzt haben. Der Präsident des Bayerischen Wald-Vereins, Landrat Heinz Wölfl, stellte die Verdienste der beiden Künstler heraus.
Bernhard Schagemann (66) stammt aus dem oberschwäbischen Bad Waldsee. Von 1954 bis 1960 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in München Bildhauerei, Malerei und Glasgestaltung. Nach freier Arbeit begann 1964 seine Lehrtätigkeit als Fachlehrer für Glasgestaltung an der staatlichen Glasfachschule in Zwiesel. Er betreute die Lehr- und Versuchsglashütte der Schule und ab 1966 entstanden Arbeiten für weltliche und sakrale Architektur in Glasguß-und Absenktechnik, auch erste Sandgußarbeiten.
Die künstlerischen Arbeiten von Bernhard Schagemann fanden öffentliche Anerkennung beispielsweise durch den Bayerischen Staatspreis 1974. Schagemann hat in vielen deutschen Städten ausgestellt und sich auch an Ausstellungen im Ausland beteiligt.
Arbeiten von ihm stehen in verschiedenen Museen. Der von Bernhard Schagemann bevorzugten Technik und Materialwirkung entsprechend, entstanden die meisten Auftragsarbeiten für sakrale Architektur. In zahlreichen Kirchen gestaltete er mit seinen Gläsern Wände und Fenster.
Von 1984 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1996 hatte Bernhard Schagemann die Leitung der Glasfachschule Zwiesel inne. In diese Zeit fiel die Planung zur Schulsanierung und -erweiterung. Nach seiner Pensionierung ist Schagemann freischaffend tätig. Außerdem konnte er in zwei Sonderschauen der Handwerksmesse in München neue Gußarbeiten zeigen.
Klaus Büchler, der zweite Preisträger, stammt aus Spiegelau. Er wurde 1964 Hohlglasfeinschleifer an der Staatlichen Glasfachschule Zwiesel, arbeitete dann in der Werkstatt von Carl Rotter und später in der Glasindustrie, bis er 1971 die Meisterprüfung ablegte.
Zwei Jahre lang arbeitete er dann in der Abteilung Gravur der Glasfachschule und eröffnete 1973 eine eigene Werkstatt, wo er als Glasveredler und im Design tätig ist. Seine künstlerischen Fertigkeiten konnte er in einer Fülle von Ausstellungen aufzeigen.
Klaus Büchler sucht in der eigenen Werkstatt den Weg vom Tiefschliff hin zu feineren Gravurarbeiten, zu den feineren Materialien, zum feineren Werkzeug. Seine geschliffenen und gravierten Glasobjekte zeigen eine strenge Formensprache. Die Motive für seine Glasbilder sind außergewöhnlich umfangreich. Er geht in die Moderne, malt gegenstandslos, dann wieder ist es die heimische Landschaft, die ihn inspiriert.
Er verbindet Bilder mit Objekten und gibt ihnen durch die Verwendung von Schwarzglas und durch die Technik des Sandstrahlens eine besondere Note.
Volkskundler und Glasfachleute haben Werke Klaus Büchlers in ihre Bücher aufgenommen. Er findet Gefallen am Besonderen und das drücken auch seine Bilder und Objekte aus. Sobald er dem Zwang der Produktion entflohen ist, entwickeln sich Ideen, sie beginnen Formen anzunehmen und werden sogleich ins Glas hineingebannt.

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