Altbairische Waldweihnacht
1986

Hinführung zum „Tag des Lichts“

 
Pfarrkirche St. Josef in Riedlhütte
Anlässlich der Waldweihnacht malte Rudi Seidl dieses Bild der Kirche

- 15.altbaierische Waldweihnacht in Spiegelau -

Als „Hinführung zum Tag des Lichts, zu Weihnachten“, wollte Spiegelaus Pfarrer und Hausherr, Hubert Gerstl, diese 15. altbairische Waldweihnacht in seinem Grußwort verstanden wissen, zu der sich an die 700 Besucher in der Riedlhütter St.Josef-Kirche eingefunden hatten. Darunter als besonderer Ehrengast: Niederbayerns Regierungs-Präsident Dr.Gottfried Schmid mit Gattin.

Harfen- und Gitarrenklänge, Zither- und Hackbrettspiel, der anheimelnde Gesang von zarten Mädchenstimmen und klangvolle Lieder aus kräftigen Männerkehlen belebten die Riedlhütter St.Josef-Kirche bei dieser altbairischen Weihnacht zu der sieben Gruppen und 700 Zuhörer aus dem Land zwischen Donau und Wald gekommen waren.

Als Mitwirkende stellten sich vor: die allseits bekannten Stummer-Deandln aus Passau, die Hausmusik Schaffer unter Leitung von Franz Schaffer aus Langdorf bei Regen, einmal mehr sein Können unter Beweis stellte Walter Weiderer aus Maschenberg, der mit seinen Harfenklängen die Zuhörer in seinen Bann zog, die Woidhoamatsänger aus Langdorf, der Männergesangverein Reichenberg-Riedlhütte unter Leitung von Erwin Prexl, die Spiegelauer Waldvögerl unter Leitung von Josef Luksch, sowie das Bläserquartett der Jugendblaskapelle St.Oswald. Das gemeinsame Schlusslied „Sieh`, es wird der Herr sich nah`n“, begleitete Michael Dietz aus Riedlhütte an der Orgel.

Das Programm war überaus abwechslungsreich, die von Otto Öllinger gesprochenen Beiträge und Gedanken mehr als nur eine Überleitung von einem Stück zum anderen. Die von Otto Öllinger selbst verfassten Texte regten zum Nachdenken, zum vorweihnachtlichen „Sinnieren“, wie die Waldler dazu sagen, an. „Weihnachtlicher Friede könne nur dann entstehen, wenn man im innersten des Herzens dazu bereit sei, mit der Welt Frieden zu halten“ – das im engsten Kreise, wollten die Texte aussagen. Diese Waldweihnacht war zugleich eine Anregung zum Sich-zurück-Erinnern an die Advents- und Weihnachtszeit längst vergangener Tage, in der die vielzitierte staade Zeit auch wirklich noch still und besinnlich sein konnte, es die Hektik des vorweihnachtlichen Geschenkerummels noch nicht gegeben hat.

Die Gesamtleitung der 15. altbaierischen Waldweihnacht lag in den Händen von Alfred Resch jr. aus Spiegelau. Alfred Resch jr., der sich auch durch das alljährlich stattfindende und von ihm organisierte Spiegelauer Sänger- und Musikantentreffen bereits einen Namen gemacht hat, führte auch Regie bei dieser Feier, wozu er u.a. auch die Mitglieder der WaldVereinssektionen von Grafenau, Zwiesel, Furth im Wald, Cham, Kötzting und Passau willkommen heißen konnte. Unter den Ehrengästen sah man auch MdL Alfons Urban, stellvertretenden Landrat Alfons Hellauer und den Geschäftsführer des Hauptvereines, Dr.Raimund Schuster aus Zwiesel.

Auch Regierungspräsident Dr.Gottfried Schmid hat es im Glasmacherort Riedlhütte dermaßen gut bei dieser Waldweihnacht gefallen, daß er sich anschließend vom Vorsitzenden der Sektion Spiegelau, dem Bürgermeister von St.Oswald-Riedlhütte Georg Weny zu einer Brotzeit einladen ließ. Auch die teilnehmenden Gruppen hatten sich noch zu einer kleinen Sitzweil im Anschluß an den „offiziellen Teil“ zusammengefunden, wobei ihnen vom Vorsitzenden der Sektion noch ein kleines Präsent überreicht wurde. Glücklich und zufrieden, traten alle Beteiligten danach den Heimweg an.

 

(Bericht aus „Der Bayerwald“ – Nr.: 1/87)

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